Oslo/Kjeller

 

Northbound

zuletzt geändert: 2019-Sept-16

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Einflug in den Oslofjord mit dem Ziel Kjeller [ENKJ]

 

Ende Juni bis Anfang Juli sind Uwe, Telse, Beke und Thomas mit der D-EAXT zu ihrer alljährlichen Sommertour aufgebrochen, diesmal sollte es keine Flug-Wander-Tour werden, sondern uns reizte es, die norwegische Hauptstadt Oslo zu erkunden.

Schnell war anhand der Luftfahrtkarten der passende stadtnahe Flugplatz gefunden, und nach dem Eintrudeln sämtlicher aktualisierter ICAO- und Anflugkarten machten wir uns an die Planung.

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Verlassen der dänischen Küste in Höhe von Skagen mit Kurs auf Göteborg

 

Der erste Tankstop wurde am Sindal-Lufthavn [EKSN], nur wenige Meilen südlich von Skagen gelegen, vorgenommen. Nach Aufgabe des Flugplanes und ausführlichem Wetterbriefing starteten wir von dort mit direktem Kurs auf INVOL, einem Reporting-Point an der Luftraumgrenze zwischen Dänemark und Schweden.

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Faszinierende Schärenküste nördlich von Göteborg

 

Nördlich von Göteborg stießen wir an die schwedische Schärenküste und folgten dieser bis zur norwegischen Grenze. Hier verengt sich der Skagerak und geht in den Oslo-Fjord über. Um das Sperrgebiet Rygge zu vermeiden, wechselten wir auf die Westseite des Oslofjordes und nahmen von dort direkten Kurs inbound Kjeller [ENKJ], einem kleinen Militärplatz östlich Oslos mit großer Tradition. Dieser Platz kann auch zivil genutzt werden.

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Ein Doppeldecker? Nein, dies ist die D-EAXT in Kjeller nach Landung
und Einweisung durch den Flugplatzmanager.

 

Dort erwartete uns der Flugplatzmanager, mit dem wir vorher mehrfach Kontakt per Telefon und Email hatten. Er vermittelte uns auch an Ole Petter Syvertsen, der in Kjeller seit einigen Jahren ebenfalls eine FWP 149D betreibt (siehe hier). Ole Petter lernten wir dann wenige Tage später kennen, es war ein sehr netter und hilfreicher Pilotenkontakt, der per Email immer noch anhält.

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Eine der vielen Bronzeplastiken in Oslo, diese hier befindet sich im Stadtteil Grönland.

 

In Oslo kamen wir im Stadtteil Kampen unter, gut 15 min zu Fuß von der Innenstadt entfernt. Auf unseren nunmehr häufigen Fußmärschen Richtung Innenstadt passierten wir gleich am ersten Tag eine kleine Szene-Kneipe, vor der Tür dampfte ein Grill, es roch sehr gut. Ein Hungergefühl unsererseits veranlasste uns, diese Lokalität zu betreten. Angeboten wurden u.a. gegrilltes Lamm sowie etliche vegetarische Gerichte. Nicht preiswert, aber ... nun ja, es ist Urlaub. Das Lamm entpuppte sich dann als ein ca. 20 gr. schweres Stückchen von der Rippe, Nachschlag halber Größe wurde gleich mit auf den Tisch gestellt. Dazu gab es ein Radieschen mit all dem Grünzeugs oben dran. Das Beste an dieser Lokalität war ein Italiener gut 500 m entfernt. Dort wurden wir satt.

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Blick von der Akershus Festning auf den Hafen.

 

Am folgenden Tag verschafften wir uns einen ersten Überblick über die Stadt, indem wir einen Hop-on-Hop-off Bus bestiegen. Schnell war klar, dass das neue Opernhaus unser erstes “Zu-Fuß-Ziel” sein würde.

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Das Operahuset in Oslo: So geht faszinierende Architektur

 

Anderntags bestiegen wir die U-Bahn, die aber schnell das “U” in ihrem Namen aufgab und uns auf den Holmenkollen hinaufschnaufte. Von dort mit dem Fahrstuhl bis ganz hinauf auf die Skisprungschanze: Was für eine schöne Sicht über den gesamten Fjord.

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Huiii, geht das hinab!

 

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Eine Bootstour über den Oslofjord brachte uns näher, was wir vom Holmenkollen nur aus der erhöhten Ferne wahrgenommen haben. Oslo entwickelt sich rasant, ist architektonisch in dem Kontrast der Moderne zu älterem Baubestand gut gelungen und vermittelt ein entspanntes Lebensgefühl.

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Die Besatzung der D-EAXT, in der Mitte unser neuer Piggi-Freund Ole Petter
 Foto: Lars Brede

 

Der Rückflug begann zunächst mit etwas hektischen Versuchen, einen Flugplan in Norwegen online aufzugeben: Dauert etwas, kostet Zeit, Nerven und viele Telefonate, da der Server hartnäckig den Login verweigerte. Per Telefon wäre so eine Flugplanaufgabe innerhalb von zwei Minuten erledigt gewesen, aber das wollte die norwegische ATC nicht, da mit der Flugplanaufgabe auch die Abflugmeldung an den Zoll geht.
Das nächste Hindernis ist die Tankstelle für AvGas: Ohne BP-Card geht hier gar nichts. Haben wir aber nicht! Da kommt Ole Petter ins Spiel: Von Piggi-Pilot zu Piggi-Pilot hat er uns zu 100 ltr AvGas verholfen, damit kamen wir locker und save bis nach Sindal und haben dort das fehlende Nass bis nach Mariensiel auftanken können. Vorher aber gab es natürlich eine ausführliche Fachsimpelei unter Piggi-Piloten. Und die 90-15 von Ole Petter wurde von uns gründlich erkundet. Sie ist in einer exzellenten Verfassung.

Ebenfalls vom Flugplatzmanager vermittelt war am Tag unserer Abreise ein Treffen mit Lars Brede, der sich sehr interessiert an unserer Piggi zeigte und viele Fotos von der XT und von uns gemacht hat.

Unser Dank geht ganz ausdrücklich an die netten, hilfsbereiten neuen Freunde in Kjeller.

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Die D-EAXT rollt in ENKJ zum Start.
Foto: Lars Brede

 

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So schön kann das Flussmündungsgebiet zur Nordsee sein

 

Das Routing für die Heimkehr war analog zum Hinflug. An beiden Flugtagen war das Wetter prima fliegbar, nur auf dem Hinflug mussten wir in Dänemark eine kleine Gewitterzelle umgehen, der Rückflug war unproblematisch.

Eine insgesamt sehr schöne Entdeckungsreise in die norwegische Hauptstadt.