St. Petersburg, Teil 2

 

zuletzt bearbeitet: 2018-Feb-13

 

Der kommende Tag sollte etwas ruhiger werden: Nur ein Leg war geplant, und zwar von Nyköping-Skavsta nach Helsinki-Malmi. Um möglichst viel Interessantes zu sehen, planten wir die Route direkt über Stockholm hinweg inbound Mariehamn (EFMA). Die zuständigen Controller von Stockholm-Information und Bromma-Control zeigten sich nicht nur kooperativ und hochgradig professionell, sondern auch nachsichtig, als die Piggi-Crew ein Sperrgebiet verletzte, das in der Karte nicht eingezeichnet war. Gleiche Professionalität zeigte auch die finnische Luftaufsicht von Tampere-Control: Die übliche Meldung von Luftfahrzeug, Destination, Höhe, QNH und Squawk wurde mit einem kurzen “Roger” quittiert, der Rest der Reise bis zur Übergabe an Malmi-Tower wurde nur ein einziges Mal durch eine Höhenzuweisung “Descend 1000 or below” unterbrochen.

Derart in Ruhe gelassen konnten wir uns ganz der Landschaft widmen. Stockholm überquerten wir in der direkten Verbindung vom Trosa-VOR zum Nortel-VOR in 2000 ft. Gut zu erkennen die Landebahn von Bromma, wo wir ja vor einigen Jahren schon Station gemacht hatten, sowie die Innenstadt von Stockholm. Nach Erreichen der Küstenlinie ging es ca. 25 nm über Ostseewasser zum Flugplatz Mariehamn (EFMA) auf den Aland-Inseln. Eine rote Landebahn taucht zwischen Bäumen, Wasser und Felsen auf; ähnlich sieht auch die etwas weiter östlich gelegene Piste von Kumlinge (EFKG) aus.

Ein riesiges Schärengebiet aus kleinen und kleinsten Inseln verdichtet sich nach Osten hin zum Seen durchzogenen finnischen Festland; folgt man der südlichen Küstenlinie, so lässt sich nicht immer feststellen, ob ein See oder ein Meeresarm die Granitfelsen unterbricht. Viele bunt angemalte Sommerhäuser (Mökki) säumen die Ufer, Boot und Sauna sind anscheinend obligatorisch.

Der Anflug auf Helsinki-Malmi wurde uns bequem gemacht, die Piggi durfte sich die Landerichtung aussuchen und natürlich wählten wir die 36, sodass wir direkt vom Meldepunkt Nokka aus ins Final einschweben konnten.

Diemal lag unsere Unterkunft direkt in der Innenstadt, von dort aus konnten wir die Stadt zu Fuß erkunden und auch schon die Frage der Bahnfahrt nach St. Petersburg klären. Bei sonnigem und warmen Wetter zeigte sich die finnische Kapitale von ihrer glänzenden Seite, zahlreiche Bewohner und auch Touristen nutzten den Sonntagnachmittag zum Flanieren.

Am folgenden Tag hatten wir genügend Zeit, um uns Helsinki von der Wasserseite aus anzusehen. Eine eineinhalbstündige Bootstour führte an den großen Kreuzfahrtschiffen vorbei zu den besiedelten Inseln der Stadt, eine frühere Festungsanlage inbegriffen. Gegen Mittag ließen wir uns dann mit einem Großraum-Taxi zu unseren Flugzeugen nach Malmi bringen und nach der Flugvorbereitung inklusive Flugplanaufgabe starteten wir zu dem kurzen Leg nach Lappeenranta.